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ESF+ Entwicklungsprojekt

Kiez Connection

Modellkonzept zur sozialräumlichen Jugendbeteiligung in Friedrichshain-Kreuzberg

30. April 2026 · BCBT / CIC Berlin 87% nennen Vertrauen als zentrales Hindernis Ziel: 250+ Jugendliche in 3 Jahren ESF+ · Land Berlin · BBWA

Pressemitteilung

Berlin, 30. April 2026 · zur sofortigen Veröffentlichung

Kiez Connection: Modellkonzept zur sozialräumlichen Jugendbeteiligung in Friedrichshain-Kreuzberg vorgestellt

Das am World Cleanup Institute für Entrepreneurship und Impact (WCI) an der BCBT entwickelte Modellkonzept bildet die Grundlage für eine zweijährige ESF+-Modellregion zur sozialräumlichen Jugendbeteiligung in Friedrichshain-Kreuzberg.

Am Berlin College of Business and Technology (BCBT) mit Campus im Cambridge Innovation Center Berlin (CIC Berlin) wurde das ESF+-Entwicklungsprojekt Kiez Connection mit der Vorstellung seines wissenschaftlich fundierten Modellkonzepts abgeschlossen. Das Konzept richtet sich an Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren mit sozial benachteiligten Lebensverhältnissen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

Projektträger und umsetzende Organisation ist YSI – Young Social Innovation, die die Praxisarbeit im Modellraum verantwortet. Die wissenschaftliche Erarbeitung des Modellkonzepts erfolgte am World Cleanup Institute für Entrepreneurship und Impact an der BCBT unter Leitung von Prof. Dr. Anabel Ternes von Hattburg und Hon.-Prof. Holger Holland (BCBT). Gefördert wird Kiez Connection durch den Europäischen Sozialfonds Plus aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Berlin im Rahmen der Bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit (BBWA).

87%
nennen Vertrauen als
zentrales Hindernis
67%
nennen Anerkennung
als Motivator Nr. 1
250+
Jugendliche Ziel
in 3 Jahren

Kern des Konzepts ist eine vierphasige Beteiligungsarchitektur mit aufsuchender Vertrauensarbeit als Eingangsphase. Die Notwendigkeit dieses Ansatzes wurde in einer eigenen aufsuchenden Bedarfserhebung mit leitfadengestützten Kurzinterviews empirisch belegt: 87 % der Befragten benennen fehlendes Vertrauen als zentrales Hindernis, 80 % erleben sich von Erwachsenen „nicht ernst genommen“, und 67 % nennen Anerkennung als stärksten Motivator — stärker als Spaß, Anreize oder konkrete Angebote.

„Zukunft entsteht nicht dort, wo wir Programme für junge Menschen entwerfen, sondern dort, wo wir ihnen wirklich zuhören."

Prof. Dr. Anabel Ternes von Hattburg, Wissenschaftliche Leitung Kiez Connection (BCBT)

Als symbolische Anerkennung übergab das Team um Kiez Connection im Rahmen der Veranstaltung einen Wertgutschein an den SchutzengelWerk e.V. Berlin — stellvertretend für die Jugendlichen, die ihre Zeit und ihre Perspektive in die Bedarfserhebung eingebracht haben. Das SchutzengelWerk steht im Modellkonzept exemplarisch für den Schutzraum-Ansatz: eine mögliche Anschlussstruktur für Jugendliche in akuten Belastungssituationen.

„Wer nicht erreicht wird, ist nicht das Problem — sondern der Beweis, dass das System neu gedacht werden muss."

Hon.-Prof. Holger Holland (BCBT), Wissenschaftliche Leitung Kiez Connection
Kiez Connection Teamfoto
Das Kiez-Connection-Team mit Vertreter:innen der zentralen Partnerinstitutionen bei der Vorstellung des Modellkonzepts am BCBT-Campus im CIC, 30. April 2026.
(v.l.n.r.) M. Naik, T. Rupp, M. Raisma, A. Moor, D. Schwerdt, H. Holland, M. Peuckert, M. Baum, S. Ober, Y. Martini, BBWA, P. Kalus, M. Albarracin
Foto: Dieter Baganz / Agentur Baganz · Abdruck honorarfrei bei Nennung der Quelle.

Zu den zentralen Projektpartnern zählen u. a. Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg, die Jugendberufsagentur Friedrichshain-Kreuzberg, die BBWA Friedrichshain-Kreuzberg, das CIC Berlin, der Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein e.V. (FKU) sowie der SchutzengelWerk e.V. Berlin.

Die vierphasige Beteiligungsarchitektur

Phase 0
Aufsuchende Vertrauensarbeit

Spontane Kurzgespräche im öffentlichen Raum, Malls, Jugendclubs — kein Terminzwang.

Phase 1
Explorative Bedarfserhebung

Leitfadengestützte Kurzinterviews direkt im Sozialraum der Zielgruppe.

Phase 2
Sozialräumliche Handlung

Sichtbares kooperatives Handeln im öffentlichen Raum — z.B. Cleanup-Aktionen.

Phase 3
Reflexiver Co-Creation-Workshop

Kollektive Gestaltungsmacht — Jugendliche werden zu Mitgestalter:innen.

Ausblick: ESF+-Modellregion ab Sommer 2026

Die ESF+-Modellregion soll laut Planung der BBWA Friedrichshain-Kreuzberg im Sommer 2026 starten und perspektivisch mindestens 250 Jugendliche erreichen. Parallel dazu entsteht ein bezirklicher Unternehmensrat mit lokalen Betrieben, Organisationen und Institutionen.