Pressemitteilung
Kiez Connection: Modellkonzept zur sozialräumlichen Jugendbeteiligung in Friedrichshain-Kreuzberg vorgestellt
Das am World Cleanup Institute für Entrepreneurship und Impact (WCI) an der BCBT entwickelte Modellkonzept bildet die Grundlage für eine zweijährige ESF+-Modellregion zur sozialräumlichen Jugendbeteiligung in Friedrichshain-Kreuzberg.
Am Berlin College of Business and Technology (BCBT) mit Campus im Cambridge Innovation Center Berlin (CIC Berlin) wurde das ESF+-Entwicklungsprojekt Kiez Connection mit der Vorstellung seines wissenschaftlich fundierten Modellkonzepts abgeschlossen. Das Konzept richtet sich an Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren mit sozial benachteiligten Lebensverhältnissen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.
Projektträger und umsetzende Organisation ist YSI – Young Social Innovation, die die Praxisarbeit im Modellraum verantwortet. Die wissenschaftliche Erarbeitung des Modellkonzepts erfolgte am World Cleanup Institute für Entrepreneurship und Impact an der BCBT unter Leitung von Prof. Dr. Anabel Ternes von Hattburg und Hon.-Prof. Holger Holland (BCBT). Gefördert wird Kiez Connection durch den Europäischen Sozialfonds Plus aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Berlin im Rahmen der Bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit (BBWA).
zentrales Hindernis
als Motivator Nr. 1
in 3 Jahren
Kern des Konzepts ist eine vierphasige Beteiligungsarchitektur mit aufsuchender Vertrauensarbeit als Eingangsphase. Die Notwendigkeit dieses Ansatzes wurde in einer eigenen aufsuchenden Bedarfserhebung mit leitfadengestützten Kurzinterviews empirisch belegt: 87 % der Befragten benennen fehlendes Vertrauen als zentrales Hindernis, 80 % erleben sich von Erwachsenen „nicht ernst genommen“, und 67 % nennen Anerkennung als stärksten Motivator — stärker als Spaß, Anreize oder konkrete Angebote.
„Zukunft entsteht nicht dort, wo wir Programme für junge Menschen entwerfen, sondern dort, wo wir ihnen wirklich zuhören."
Als symbolische Anerkennung übergab das Team um Kiez Connection im Rahmen der Veranstaltung einen Wertgutschein an den SchutzengelWerk e.V. Berlin — stellvertretend für die Jugendlichen, die ihre Zeit und ihre Perspektive in die Bedarfserhebung eingebracht haben. Das SchutzengelWerk steht im Modellkonzept exemplarisch für den Schutzraum-Ansatz: eine mögliche Anschlussstruktur für Jugendliche in akuten Belastungssituationen.
„Wer nicht erreicht wird, ist nicht das Problem — sondern der Beweis, dass das System neu gedacht werden muss."
(v.l.n.r.) M. Naik, T. Rupp, M. Raisma, A. Moor, D. Schwerdt, H. Holland, M. Peuckert, M. Baum, S. Ober, Y. Martini, BBWA, P. Kalus, M. Albarracin
Foto: Dieter Baganz / Agentur Baganz · Abdruck honorarfrei bei Nennung der Quelle.
Zu den zentralen Projektpartnern zählen u. a. Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg, die Jugendberufsagentur Friedrichshain-Kreuzberg, die BBWA Friedrichshain-Kreuzberg, das CIC Berlin, der Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein e.V. (FKU) sowie der SchutzengelWerk e.V. Berlin.
Die vierphasige Beteiligungsarchitektur
Spontane Kurzgespräche im öffentlichen Raum, Malls, Jugendclubs — kein Terminzwang.
Leitfadengestützte Kurzinterviews direkt im Sozialraum der Zielgruppe.
Sichtbares kooperatives Handeln im öffentlichen Raum — z.B. Cleanup-Aktionen.
Kollektive Gestaltungsmacht — Jugendliche werden zu Mitgestalter:innen.
Ausblick: ESF+-Modellregion ab Sommer 2026
Die ESF+-Modellregion soll laut Planung der BBWA Friedrichshain-Kreuzberg im Sommer 2026 starten und perspektivisch mindestens 250 Jugendliche erreichen. Parallel dazu entsteht ein bezirklicher Unternehmensrat mit lokalen Betrieben, Organisationen und Institutionen.